Wer gründen will, braucht Netzwerke

Wo sonst Eislaufbegeisterte ihre Runden drehen, trafen sich Start-ups und etablierte Unternehmen sowie Anlaufstellen für interessierte und potenzielle Gründer*innen zu einem lebendigen Miteinander und Austausch. Die Aschaffenburger Eislaufhalle bot die perfekte Location für die 1. Gründermesse in der Stadt.

Wer ein eigenes Unternehmen gründen möchte, muss viele Hürden meistern. Von der Geschäftsidee über den Businessplan bis hin zum Finden von Geschäftspartnern ist es ein weiter Weg. Das Interesse an der Gründungsidee ist oft groß, Aufträge und Einkünfte anfangs jedoch meist dürftig. Da braucht es neben Durchhaltevermögen vor allem Unterstützung, Austausch und den richtigen Plan … und manchmal auch jemanden, der Mut zuspricht.

DGZ fördert Innovation

Genau das finden Gründungsinteressierte seit 2019 im Digitalen Gründerzentrum Alte Schlosserei (DGZ). Waren bis dahin Start-ups aus und in der Region nur wenig präsent, hat das DGZ als Brutstätte für digitale und innovative Ideen sie regelrecht angezogen. Entstanden ist ein lebendiges und attraktives Ökosystem für Start-ups und innovative Unternehmen, die bereits kräftig bei Start-up-Wettbewerben „abgeräumt“ haben.

Doch nicht nur die Geschäftsidee an sich ist wichtig. Denn wie heißt es so schön: „Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat.“ Deshalb: Die 1. Aschaffenburger Gründermesse, initiiert vom DGZ in Kooperation mit „digitalAB“ der Stadt Aschaffenburg und der TH Aschaffenburg bot reichlich Gelegenheit zum Netzwerken. Die gesamte Halle war erfüllt von Wissensdurst und Aufbruchstimmung, Neugierde, Kreativität und vor allem ganz vielen Gesprächen. Neben dem Austausch untereinander und mit etablierten Unternehmen der Region konnten die Gründer sich wertvolle Infos, nicht zuletzt auch zu Fördermöglichkeiten, bei Anlaufstellen wie BayStartUp, Zentec und IHK, Handwerkskammer und weiteren Organisationen holen.

Die Start-ups zeigten eindrucksvoll, was sie „auf dem Kasten“ haben. Ob Lösungen zum Messen des Energieverbrauchs und Energiesparen, virtuelle Rundgänge und 360°-Darstellungen, Apps für Festivals oder – gemeinsam mit dem Stadt- und Stiftsarchiv – zur Aschaffenburger Geschichte, die digitale Landwirtschaft für automatisiertes Bewässern, Düngen und Pflegen oder Virtual Reality mit Formel-1-Nervenkitzel … es gab viel zu sehen, zu erleben und zu staunen. Die Neugierde, ob Besucher oder Aussteller, war groß, mehr zu „Digitalisierung und digitaler Transformation“, die Zauberwörter der Messe, zu erfahren. „Denn die Digitalisierung stellt die industrielle Revolution um ein Vielfaches in den Schatten“, so Eric Leiderer, der für Digitalisierung zuständige Bürgermeister der Stadt Aschaffenburg. Und er rief mit einem Film „Wir gestalten Aschaffenburg“ zum Dialog über die Zukunft und die weitere Entwicklung der Digitalisierung in unserer Stadt auf! So wurden Netzwerke aufgebaut, aber auch Feedback eingeholt, an manchen Stellen Zweifel beseitigt und Hilfestellung gewonnen.

Spannender Company Battle zum Abschluss

Zum krönenden Abschluss der 1. Gründermesse in Aschaffenburg stiegen fünf Jungunternehmer „in den Ring“, um beim Company Battle mit ihrem Geschäftsmodell die Jury und natürlich auch das Publikum zu überzeugen. Über Gold freute sich das Aschaffenburger Start-up Summetix, die mittels KI vollautomatisch natürlich-sprachliche Argumente aus großen Textströmen identifizieren, um hieraus beispielsweise Analysen zur Kundenzufriedenheit oder als Basis für unternehmerische Entscheidungen zu erstellen. Platz zwei ging an OneV-Card aus Großostheim, die eine digitale Visitenkarte entwickelt haben, die jederzeit aktualisiert werden kann. Das Siegerpodest komplettierten Vater und Sohn Eckhard und Mario Herdt aus Bürgstadt mit ihrem Start-up Appollo Systems, die eine cloudbasierte Low Code Plattform zum schnellen Datentransfer insbesondere für mittelständische Unternehmen anbieten, um Zeit und Kosten zu sparen.

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Wer bloggt hier?

Thomas Pinz

Thomas Pinz ist Projektkoordinator für Digitale Kommunikation und Beteiligung im Amt für IT und Digitalstrategie. Wie kann Digitalisierung für alle funktionieren? Wie können wir zeitgemäß und barrierefrei darüber kommunizieren, was die Stadt für die Menschen leistet und an der Entwicklung teilhaben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Thomas im Daily Business. Und mal wenn nicht das Digitalisierungsrad gedreht wird, dreht er beim Joggen Runden im Schönbusch und am Main und ist mit seinen Kids draußen unterwegs.

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